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Städte und Orte in Nordengland: Durham

Durham ist eine Stadt in Nordosten von England. Durham gehört dort zu den wichtigen Städten, sie ist gleichzeitig Hauptort des District Country Durham. Durham muss man dabei auch zu den sehenswertesten Städten in Nordengland zählen. Die Kathedrale und das Schloss gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO, der gesamte Altstadtkern steht unter Denkmalschutz.

Durham liegt ca. 20km südwestlich von Sunderland. Von Norden schlängelt sich der Fluss Wear durch die Stadt und bildet sozusagen eine Schlinge, welche den Stadtkern von Durham zu einer Art Halbinsel macht. Dort befindet sich der Market Place. Rund um den Market Place befinden sich auch die Hauptgeschäftsstraßen von Durham. Der Bailey für zum Palace Green, dieses gesamte Gelände gehört sozusagen zu Universität bzw. Kathedrale. Die ganze Region um Market Place bzw. der Halbinsel sind übrigens Mautpflichtig. Hier hat man die erste Congestion Charge Englands eingeführt.

Landesinfo
Einwohner: ca. 29.000
Vorwahl: 0191
Postcode: DH1
Region: North East

Der ganze Ort ist relativ hügelig, man spricht oft von den sieben Hügeln von Durham. Ganz oben thront die Kathedrale, welche das Stadtbild auch bestimmt, gegenüber befindet sich das Schloss. Darunter befinden sich die üppig bewaldeten Flussufer. Das tägliche Leben wird zweifellos durch studentisches Leben geprägt. In manchen Bereichen haben Studenten immerhin einen Anteil von 70% bezogen auf den Wohnraum.

Der historische Stadtkern konnte sich immer sein altes Gesicht erhalten, während der letzten 200 Jahre hat sich nach Ansicht vieler Betrachter nur wenig geändert. Anders die Geschäfts- bzw. Außenbereiche der Stadt. Vor allem um die North Road wurde in den 1960ern viel umgebaut. Zumindest hat man sich aber umso mehr zurückgehalten, je näher man Richtung Innenstadt kam. Ein Glück für das heute geschützte historische Ensemble.

Die Region um Durham scheint schon um 2.000 v. Chr. besiedelt gewesen zu sein. Durham als Stadt kann man jedoch frühestens auf 995 n. Chr. datieren. Damals haben sich Mönche aus Lindisfarne hier niedergelassen und mit dem Bau der Kathedrale begonnen.

Die Mönche hatten die Gebeine des heiligen Cuthbert bei sich und diese wurden später hinter dem großen Altar der Kathedrale aufgebahrt. Außerdem befand sich auch die Ruhestätte des heiligen Bede The Venerable hier. Damit war die Kathedrale von Durham eine der wichtigsten religiösen Stätten in Großbritannien, zumindest bis sich Canterbury unter St. Thomas Becket zum religiösen Zentrum entwickelte.

Etwas Besonderes war immer die Stellung der Bischöfe von Durham. Diese waren Bischöfe aus göttlicher Vorsehung, was Ihnen einen Sonderstatus mit weitläufigen Rechten einräumte. Da Durham außerdem recht weit von London entfernt war, konnten die Bischöfe von Durham schalten und walten wie sie wollten. Sie durften ein eigenes Parlament einberufen und eigenen Armeen befehligen. Außerdem durften sie eigene Sheriffs und Gerichtsbarkeiten haben. Im Prinzip war das so etwas wie ein Staat im Staat. Viele Zeitgenossen stellten daher auch fest, dass es im Land zwei Arten von Königen gab - den Lord King mit der Krone und den Lord Bishop Of Durham mit der Mitra. Die Sonderstellung als Prince Bishop genoss jeder Bischof von Durham ab 1071 bis 1836. Ihre Macht begann jedoch schon zu Zeiten von Henry VIII zu bröckeln. Er beschnitt ihre Rechte und ordnete gar die Zerstörung des Schreins des St. Cuthbert an. Das Recht auf eigene Gerichtsbarkeit wurde durch den Law Terms Act 1830 zuerst teilweise bzw. durch den Supreme Court Of udicature Act im Jahr 1873 komplett aufgelöst.

Durham war, aufgrund der Grenzlage im Norden, eine wichtige Stadt im Kampf der Engländer gegen die Schotten. Durham Castle überstand dabei alle Kämpfe nahezu unbeschadet, was sehr ungewöhnlich ist. Die größten Schäden erhielt Durham Castle wohl durch die Engländer selbst bzw. durch Cromwells Truppen während und nach dem Bürgerkrieg bzw. in der Phase des so genannten Commonwealth.

Im Mittelalter traf es Durham allerdings auch mit einigen Pestepidemien, überliefert sind Epidemien aus 1544, 1589 und 1598. Während des englischen Bürgerkriegs im 17. Jahrhundert war Durham eine der Städte, welche bedingungslos loyal zu König Charles I. war. Man sagt, dass er während seiner Regentschaft auch zweimal in der Stadt war. Angeblich soll ihm Durham dabei auch einmal Schutz gegen Cromwell geboten haben. Durham bekam das wohl auch zu spüren und musste während Civil War und dem späteren Commonwealth für ihre Loyalität büßen.

Cromwell wütete in Durham enorm. Das Schloss musste einiges erleiden, Cromwell konfiszierte es und verkaufte es an den Bürgermeister von London. Die Kathedrale wurde ebenfalls konfisziert und als Gefängnis für Gefangene aus Schottland genutzt.

Etwas Ruhe kehrte dann in der Phase der Reformation wieder ein. Es gab einen neuen Bischof, die Gebäude wurden wieder in Besitz genommen und u. a. die Kathedrale renoviert.

Die industrielle Revolution erfasste Durham zwar nicht so stark wie südlichere Regionen, prägte Durham aber auch und sorgte für einen gewissen Wohlstand. Die Textilindustrie sah vor allem in Hugh MacKay einen großen Unternehmer. Außerdem wurde Durham als Senfproduzent bekannt. Was man jedoch in Durham und der gesamten Region bemerkte, war der Aufschwung durch Kohleabbau und -verarbeitung. Durham saß damals sozusagen auf der Kohle und konnte damit von den Bodenschätzen gut leben und entwickelte sich so für einige Zeit zu einem Kohlezentrum und letzter Konsequenz entwickelte sich auch eine Stahlindustrie in der Gegend.

Im Jahr 1825 folgte durch den Bahnanschluss ein weiterer Schub für den Ort. Der Personenzug, der ab Durham fuhr, war einer der ersten seiner Art. Außerdem wurde kurz später die Universität gegründet. Möglich gemacht wurde das durch den Bischof, der auf seinen Sitz im Schloss verzichtete und ins Auckland Castle zog. Grundsätzlich wurden dessen Möglichkeiten aber ohnehin durch den Great Reform Act 1832 etwas beschnitten. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Universitätsort dann eher beschaulich, was der Erhaltung der historischen Substanz in der Stadt durchaus entgegenkam. Der Kohleabbau und die damit verbundenen Industriezweige kamen praktisch komplett zum Erliegen. Gewisse Bausünden der 1960er konnten das Bild der Innenstadt nicht nachträglich verschlechtern.

Bekannte Sehenswürdigkeiten

Durham ist randvoll mit sehenswerten Anlagen und Gebäuden. Der komplette Stadtkern ist denkmalgeschützt. Dabei gibt es viele Grad 1 und Grad II Gebäude. Neben Kathedrale und Schloss umfasste Durham zuletzt über 630 gelistete Gebäude. Davon standen alleine 569 im Stadtzentrum.

Grade I Gebäude

  • Chorister School
  • Crook Hall
  • Durham Castle
  • Durham Cathedral
  • Elvet Bridge
  • Framwellgate Bridge
  • Kepier Hospital
  • Kingsgate Bridge
  • Prebends Bridge
  • St Giles Church, Gilesgate
  • Church of St Margaret of Antioch, Crossgate
  • Church of St Mary-le-Bow (Durham Heritage Centre)
  • St. John's College Chapel
  • St. John's College, Linton House, 1 South Bailey

Grade II Gebäude

  • Aykley Heads House (Bistro 21)
  • Bishop Cosin's Hall, Palace Green
  • Cosin's Library (Teil der University Library, Palace Green)
  • Crown Court, Old Elvet
  • St Cuthbert's Society, 12 South Bailey
  • St John's College, 3 South Bailey
  • St Oswald's Church
  • Railway viaduct, North Road
  • Town Hall and Guildhall, Market Place
  • Durham Observatory
  • The Chapel of the College of St Hild and St Bede

Verkehrsanbindung

Durham liegt relativ nahe an der A1, der Great North Road von London - Edinburgh.

Ebenfalls auf der Route London - Edinburgh befindet sich die Bahnlinie der East Coast Main Line, an der auch der Bahnhof von Durham liegt. Dabei ist das Bahnviadukt über Durham ziemlich spektakulär anzusehen.

Durham liegt außerdem genau in der Mitte zwischen zwei Flughafen -Newcastle Airport und Durham Tees Valley Airport. Beide befinden sich etwa 40 km nördlich bzw. südlich von Durham entfernt.

Klima

Auch Durham besitzt ein typisches gemäßigtes Klima, wie man es von anderen Orten in England kennt. Dabei regnet es in Durham etwas weniger, im Jahr kommt man auf ca. 643mm Niederschlag und liegt damit deutlich unter den englischen Schnitt. In und um Durham ist es tendenziell auch sonnreicher als im Rest von England. Auch das Auftreten von Frost ist tendenziell etwas geringer als der englische Schnitt, im Schnitt gibt es an 52 Tagen Frost.

Ungeachtet dessen liegen die durchschnittlichen Höchst-/Tieftemperaturen mit 12,5°C bzw. 5,2°C nur knapp über dem Landesschnitt.

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